5. Bericht zum 1. Wettkampftag

Bericht von Mark Fichtner:

Am 3.11. ging es zum ersten Schießtag nach Ebersberg. Die Bayreuther Truppe hatte sich mit Talida Chrubasik und Franziska Langhammer zwei gute Bekannte in die Mannschaft geholt. Im Vorfeld ließ ich mir die aktuellen Ergebnisse der Schützen übermitteln. Jakob schien stabil im hohen 575er Bereich, Elisa überzeugte mit guten Gruppierungen und auch Neil lag mit 551 auf der Vereinsmeisterschaft auf einem guten Kurs. Statistisch sollte man in dieser Konstellation mithalten können und auch die restlichen Schützen würden im Zweifel sicher Ergebnisse liefern können. Jedoch zeigte sich an diesem Tag schnell, dass das Niveau doch sehr hoch sein würde. Wie im letzten Jahr bestätigte sich der Trend, dass gerade gegen Bayreuth extrem gut geschossen wurde – darauf gehe ich aber nachher noch ein. Auch die Abschlussschwäche, die uns letztes Jahr schon verfolgte, scheinen wir uns bewahrt zu haben.

Vor dem Wettkampf klärten wir noch den Wettkampfablauf – die Ersatzschützen schießen alle Pfeile wie die Wettkampfschützen auch mit. Gewechselt wird nur, wenn jemand auf der Ersatzscheibe mindestens zwei Ringe besser schießt als ein Schütze im aktuellen Wettkampf. Ich fragte noch einmal nach, wie es mit den Terminen bei den DSB-Schützen aussieht und derzeit scheinen alle Termine bei allen zu klappen. Ich ließ auch die Mannschaft abstimmen, ob wir mit Barbara einen siebten Schützen brauchen – dies wurde einstimmig befürwortet.

Nun aber in medias res. Nach drei Passen Einschießen musste ich mich zwischen Neil und Talida entscheiden – Jakob und Elisa hatten gezeigt, dass sie für den Wettkampf bereit waren. Ich gab aufgrund der Erfahrung aus den Vorjahren Talida den Vorzug – auch wenn ich keine stichhaltigen Ergebnisse von ihr hatte. Die Bauchentscheidung sollte sich später als durchwegs richtig herausstellen.

Im ersten Match ging es direkt gegen die statistisch stärkste Mannschaft der Liga – die SGI Welzheim. Schon letztes Jahr waren wir ziemlich chancenlos gegen die zweite Garde gewesen. Doch auch letztes Jahr hatten wir uns durchaus als gefährlich gezeigt. Ein früher Punktgewinn würde sich nachhaltig als positiv in der Bilanz erweisen, wir gingen also mit einer engagierten Grundstimmung ins Match. Talida ließ dabei nichts – aber auch gar nichts anbrennen. Obwohl sie kaum Liga-Erfahrung hat, kürte sie ihr Bayreuther Debüt mit einem nahezu makellosen Einstieg. 98/100 möglichen Ringen ließen sie wie einen Fels in der Brandung erscheinen. Elisa kam auf 93, Jakob auf 95 – beides ebenfalls sehr solide Werte. Trotzdem brauchte man am Ende eine 60er Passe, um Welzheim in der letzten Runde einen Matchpunkt zu entreißen. 1:1 war ein sehr versöhnliches Ergebnis für beide Mannschaften. Neil kam auf 90, Franziska auf 88, ich auf 93 und Barbara auf 89 mögliche Ringe – also kein Wechselbedarf.

Gegen Neumarkt musste nun ein Pflichtsieg her. Bereits letzte Saison hatte sich gezeigt, dass die Mannschaft dazu neigt, zu straucheln und neben Hui auch ganz oft Pfui zu schießen – entsprechend mussten die Punkte definitiv auf unser Konto. Das ließ sich das Trio infernale nicht zweimal sagen – diesmal legte Jakob das Fundament für den Sieg mit 79 von 80 möglichen Zählern. Dazu kamen Elisas solide 76 und Talidas etwas schwächere 73 – aber man kann einfach nicht durchwegs auf Maximum fahren. Für Neumarkt sollte dies nicht zu schlagen sein - 7:1 für Bayreuth und der erste Sieg in der Bundesliga. Neil schoss unterdessen auf der Einschiessscheibe 70, Franziska 76, Mark 73, Barbara 74. Die Ersatzschützen zeigten damit, dass sie durchaus auch auf einwechselfähigem Niveau waren. Talida hatte aber im Match zuvor nahezu optimal geschossen – Darum wechselten wir erst einmal nicht.

Mit der BSG Ebersberg stand nun der nächste aus den Top3 der Bundesliga auf dem Programm. Die Mannschaft ist eine pure Legionärsmannschaft und hat diverse hochrangige Schützen in ihren Reihen. Dies zeigten sie auch direkt und sie starteten mit 60 in den Wettkampf – eine für uns erstmal unknackbare Nuss. Auch im weiteren Wettkampfverlauf zeigte sich, dass eine 57 in dieser Liga höchstens zu einem Unentschieden reicht – direkt zweimal. So mussten wir die Punkte ziemlich rasch mit 6:2 abgeben. Dabei zeigte sich erneut – wer kurz vorher noch super geschossen hatte, schwächelte leicht in der nächsten Runde, nachdem das Talida im 2. Match erwischt hatte erwischte es nun Jakob. Gerade einmal 73 von 80 möglichen konnten ihn nicht positiv stimmen. Elisa war diesmal die Bank mit 78 von 80, Talida mit soliden 75. Auf der Einschießscheibe schossen Neil 74, Franzi 70, Barbara 70 und ich 73. Damit erst einmal kein Wechselbedarf.

Als letztes vor der Pause sollte mit Tacherting der letzte der Top 3 auf der Liste stehen. Hier gilt das gleiche wie zuvor – ein Punktegewinn würde sich als nachhaltig positiv erweisen – wenns nicht klappt, ist es halt auch so. Tacherting zeigte seine Klasse – 58 58 58 57 57 galt es zu schlagen. Schlagbar waren sie für uns nicht – aber das Unentschieden holten sich die drei Bayreuther. Mit 58 56 59 57 und 57 zeigten sie, dass mit ihnen zu rechnen war. Nach der schwachen Runde zuvor erholte sich Jakob und fand nahezu optimal ins Match – 97 von 100 möglichen Ringen. Talida mit 96 und Elisa mit 94. Auf der Probescheibe schoss Neil 89, Franzi 89 und Mark 90.

Nach dem harten Matchverlauf, der nahezu immer über die volle Länge ging, brauchte man nun die Pause. Ein Sieg und zwei Unentschieden waren eine nahezu optimale Bilanz für die erste Phase. Entsprechend positiv stand die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt. Nun kamen aber die beiden schwächeren Mannschaften – der eigentliche Absteiger Ditzingen und der Mitaufsteiger MBC. Vorher musste man aber noch gegen Villingen-Schwenningen ran. Und die waren am heutigen Tag kaum zu schlagen gewesen. So leider auch für uns – irgendwie war etwas die Luft raus – Talida startete schwach mit 8 8 nach der Pause – und Elisa hörte mit einer schwachen 7 auf – insgesamt Talida 54, Elisa 54 und Jakob 56 von 60 möglichen Ringen. Immernoch ein Neunerschnitt, was gut klargeht, aber das Trio hatte uns kurz vorher noch mit deutlich höheren Ringzahlen verwöhnt. 6:0 für VS. In der Zwischenzeit schoss Neil auf der Ersatzscheibe 53, Franzi 52 und Mark 56.

Nun mussten eigentlich zwei Pflichtsiege her. Und genau damit hat sich Bayreuth auch in der Vergangenheit schon schwer getan. Die Liga liegt einfach vom Leistungsspektrum sehr dicht beieinander und wenn man mit dem Kopf auch nur einmal nicht zu 100% bei der Sache ist, dann war es das nahezu direkt schon. Knackpunkt war hier gegen Ditzingen die dritte Passe,
in der Jakob den letzten Pfeil nahezu unerwartet in die 8 schießt, obwohl eine entspannt geschossene 9 locker gereicht hätte. Das ist klar jetzt Gejammer auf sehr sehr hohem Niveau – 10 8 geht super klar, aber auch für Jakob selbst war das Gefühl der 8 ungewohnt und der damit verbundene Satzpunktverlust ärgerlich. In der fünften Passe des Matches ging es dann um alles – und wieder kam beim letzten Pfeil ohne größere Not die 8 und es reichte damit nur zum Unentschieden. Gejammer auf hohem Niveau – die 93 Ringe in der Summe lagen für Jakob immernoch über dem Neunerschnitt, Elisa lag ebenfalls auf 93 und Talida auf 94 – die Schützen hatten einfach vorher auch schon alles gegeben und das merkte man ihnen jetzt an. Vor allem die vielen Matchrunden über die volle Länge, wo man oft im letzten Moment noch das Unentschieden geholt hatte, machten sich jetzt bemerkbar und verhinderten souveräne Siege. Aber die beiden DSB-Kaderschützen sind noch in der Anfangssaison und können sich noch nachhaltig in Bezug auf Kraft und Kondition steigern – entsprechend habe ich Hoffnung. Ansonsten ist da ja noch Neil – in diesem Match 89, Franzi 87 und Mark 91 – Naja, wäre hier auch keine Option gewesen.

Der MBC hatte bislang keinen Punkt holen können. Leider waren sie prompt gegen uns in ihrer Bestform. Der Wettkampf hatte seine Spuren hinterlassen und auch die 59 in der 3. Passe mit 5:1 Führung konnte nicht verhindern, dass sich der MBC noch mit jeweils einem Ring Vorsprung das Unentschieden holte. 93 von Talida, 92 von Elisa und 92 von Jakob, währenddessen 93 von mir, 84 von Franzi und 89 von Neil. Entsprechend hätte ein Wechseln über den ganzen Tag keine höheren Ergebnisse gebracht. Die Abschlussschwäche gegen die schwachen Mannschaften müssen wir auf jeden Fall in den Griff bekommen. Für das Debüt geht das Ergebnis mit 6 geholten Punkten aber klar – 3 Punkte Abstand zum Abstiegsplatz bedeutet wir haben erst einmal einen Vorsprung – und es kann ja noch besser werden. Die tolle Einstiegsleistung von Talida, die sich nahezu perfekt ins Team gefügt hat, rundet den Tag insgesamt positiv ab.

1. Bayreuther Bogenschützen der Bayreuther Turnerschaft von 1861 e.V.
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